Tierheim Debrecen

 

Der gemeinnützige Verein „Együtt az Állatokért Közhasznú Egyesület“ (Gemeinsam für Tiere) wurde im Januar 2004 gegründet, um Zufluchtsstätte für heimatlose und verletzte Katzen und Hunde zu sein, sie medizinisch zu betreuen und neue, liebevolle Zuhause für sie zu finden. Der Verein ist in Debrecen (Ungarn) und Umgebung tätig.

Zunächst waren es nur etwa 20 bis 30 Hunde, die in den aus allen möglichen Materialen wie Paletten, Gittermatten u. Ä. selbst gebauten Zwingern lebten. Diese waren viel zu klein und natürlich auch nicht ungefährlich für die Tiere, da sie sich dort an den Pfoten und Augen verletzen konnten. Zusätzlich gab es noch ein großes Problem mit Ratten und Flöhen, die so manche Infektion einschleppten. Das gesamte Erdreich des Geländes war und ist kontaminiert mit Flöhen. Eine Entflohung ist nahezu unmöglich.

Auf dem Gelände gab es weder Wasser noch Strom und auch das Management des Vereins war noch in den Kinderschuhen. Es gab keine Vorbesuche, keine Nachkontrollen, die Tiere wurden nur selten kastriert und eigentlich konnte jeder, der vorbeikam, ein Tier mitnehmen. Leider fanden nicht alle Tiere zu dieser Zeit ein gutes Zuhause und kamen zum Teil auch wieder dorthin zurück.

So schnell wie möglich wurde vergrößert und auch immer mehr Tiere aufgenommen und betreut. Die Zwinger waren immer voll und der Futterbedarf stieg immer höher.

Der aktuelle Vereinsvorstand kam in 2011 zunächst als Helfer zu dem Verein. Nach kurzem Einblick in die Prozesse und das „Tierheimleben“ war schnell klar, dass insbesondere die Betreuung und Vermittlung optimiert werden muss. 

Als Erstes wurde ein Mentorenprogramm ins Leben gerufen, das helfen sollte, den unsozialen und verängstigten Tieren zu helfen. Bei den bereits vermittelten Tieren wurden Nachbesuche gestartet und der Vermittlungsablauf verändert. Vor der Übergabe des Tieres musste nun jeder eine Selbstauskunft ausfüllen, dreimal das Tier besuchen und es wurde ein Vorbesuch gemacht. Tiere wurden nur noch kastriert in ihr neues Zuhause gegeben und unkastrierte Welpen wurden mit Kastrationsauflage vermittelt.

Die Öffentlichkeitsarbeit wurde verbessert – die Tierschutz-Arbeit vorgestellt, Helfer angeworben und eine Homepage erstellt, über die die Tiere vermittelt werden.  

2010 war das Tierheim übervoll, sodass keine weiteren Tiere aufgenommen werden konnten. Erst wenn ein Tier ausziehen durfte, konnte ein anderes nachrücken. Aufgrund dieses Engpasses konnten viele Hilfeanfragen von Anwohnern, die ihr Tier abgeben wollten oder Straßentiere gesichtet hatten, nicht erfüllt werden. Als bekannt wurde, dass es ab 2013 in Ungarn verpflichtend sein würde, dass man seinen Hund mit einem Chip registrieren lassen muss, wurden besonders viele Hunde ausgesetzt, die jedoch nicht aufgenommen werden konnten. Diese Situation war für den gesamten Verein nur schwer zu ertragen.

Dann nahm der Verein an einer Ausschreibung teil, die zur Errichtung eines Tierheims in Debrecen erstellt worden war. Dieses Tierheim sollte nach europäischen Standards errichtet werden und zu 90 % von der Europäischen Union finanziert werden. 10 % der Kosten wären von dem Verein zu tragen gewesen. Der Verein nahm teil und gewann die Ausschreibung, jedoch kam nach der ersten Freude die Enttäuschung. Das Gelände, auf dem das Tierheim errichtet werden sollte, war nicht bebaubar. Als erster Schritt musste für viel Geld (3.000.000 HUF = ca. 10.000 Euro) der Boden aufgefüllt und getrocknet werden. Diese Kosten waren ebenfalls vom Verein mitzutragen, was jedoch gelang.

Auch danach gelangen die Bauarbeiten nicht einwandfrei. Der erste Bauleiter machte viele Fehler und Baumaterial verschwand, sodass die Baumaßnahme immer noch nicht abgeschlossen werden konnte (z. B. die Abdichtung des Daches). Durch die Ausschreibung wurde nur das Tierheim finanziert, jedoch nicht das Sozialhaus, in dem sich ein Büroraum, Waschraum, WCs, OP und Quarantäneräume befinden, sodass dies von privaten Spenden finanziert werden musste.

Im Oktober 2012 waren die Bauarbeiten jedoch geschafft und das Tierheim, trotz einiger Mängel, bezugsbereit. Es ist das erste Tierheim in der Gegend um Debrecen, das auch Katzen aufnimmt, und bietet Platz für 120 Hunde und 20 Katzen. Meistens wird diese Zahl jedoch überschritten und jeder Platz genutzt, um einer weiteren Fellnase zu helfen.

In diesem Tierheim können neue Hunde und auch ungeimpfte Welpen getrennt werden, was hilft, Infektionskrankheiten einzudämmen. Die Zwinger sind geräumiger und komfortabler, auch wenn bereits an einigen Stellen der gelegte Boden wieder aufplatzt. Zudem bietet das Tierheim Platz für einen Hörsaal, in dem Schulkinder unterrichtet werden. Diese können verantwortungsvollen Umgang mit Tieren erlernen und werden für das Thema sensibilisiert. Zudem lernen sie Dinge über die Umwelt und den Umweltschutz, Hygiene und Nachhaltigkeit. Das alles wird durch Bücher, Poster und spielerischen Unterricht vermittelt.

Alle Tiere, die der Verein aufnimmt, werden von ihm betreut, bis sie geeignete Besitzer finden. Nur dann, wenn ein Tier unheilbar krank oder so schwer verletzt ist, dass ihm nur noch ein qualvoller, kurzer Lebensweg bevorstehen würde, wird eine Einschläferung vorgenommen. Dieser Schritt wird immer erst nach Rücksprache mit dem Tierarzt und unter Berücksichtigung aller Umstände vorgenommen. Es ist nie leicht, so eine Entscheidung zu treffen, aber manchmal muss sie einfach getroffen werden.

Geldspenden gibt es in Ungarn hauptsächlich von einem System, das 1 % der Steuern heißt. Man kann dort 1 % seiner Steuern an einen Verein spenden und die Regierung leitet dieses Geld jeden Oktober an die Vereine weiter. Mit diesem Geld muss der Verein ein Jahr wirtschaften, jedoch reicht es nicht aus, jedem Tier gerecht zu werden, sodass man auf zusätzliche Unterstützung angewiesen ist.

Mit Unterstützung von:

logo.jpeg

© 2017 Pfotenglück Grenzenlos e.V.